Saudi-Arabien führt Tourismuswachstum an: +67% seit 2019
Der OECD-Bericht „Tourism Trends and Policies 2026" weist für den Zeitraum 2019 bis 2025 Saudi-Arabien als Reiseziel mit dem stärksten Wachstum aus: 67 Prozent mehr ausländische Besucher gegenüber 2019.
Jens Kröger·aktualisiert 02. August 2026

Norwegen wächst im selben Zeitraum um 28 Prozent und liegt damit im oberen Drittel der OECD-Stichprobe. Für Angler und Feriengäste an den Fjorden hat das unmittelbare Folgen für Verfügbarkeit, Preise und Planungstiefe.
Norwegen im Feld der OECD-Stichprobe
Die Bandbreite der Zuwächse ist erheblich. Hinter Saudi-Arabien folgen Marokko (+53 %), Ägypten (+47 %), Brasilien (+46 %) und Kolumbien (+45 %). Japan steigert sich um 34 Prozent, Dänemark um 22, die Türkei um 21, Portugal um 20, Island um 14 Prozent. Klassische Reiseländer wie Spanien (+16 %) sowie Frankreich, Griechenland, die Niederlande und Schweden (12 bzw. 11 %) wachsen unterdurchschnittlich. Treiber in Saudi-Arabien ist die staatliche Vision 2030, die den Tourismussektor zum Ausgleich der Ölabhängigkeit ausbaut. Norwegen profitiert vom Trend zu Natur- und Outdoorreisen, ohne dass die OECD-Daten eine eigenständige tourismuspolitische Offensive ausweisen. Im Umkehrschluss fehlt eine koordinierte nationale Kampagne, die zusätzliche Kapazitäten für den internationalen Gästeansturm schafft.
Belastung der Hafen- und Fährinfrastruktur
28 Prozent mehr internationale Gäste lasten auf einer Hafen- und Fährinfrastruktur, die historisch auf skandinavische und wenige mitteleuropäische Quellmärkte ausgelegt ist. Kapazitäten werden träge erweitert. Die Hauptsaison zwischen Mitte Juni und Ende August stößt zunehmend an Grenzen. Wenn die Zufahrt zum gebuchten Revier nur einen Tiefgang bis zwei Meter hergibt, fallen größere Angelboote und Trailerboote jenseits von 2,5 Meter Tiefgang aus. Auch die Liegeplätze in den kleineren Fischerhäfen zwischen Bergen und Trondheim sind in den Stoßwochen rar. Ferienhäuser mit direktem Wasserzugang und eigenem Bootssteg sind in der Hochsaison regelmäßig ausgebucht. Externe Trailerabstellflächen und Landstrom werden in den Revieren außerhalb der Hauptorte knapp.
Empfehlung
Kapazitäten mindestens zehn Wochen vor Reisebeginn fixieren. Vier Prüfpunkte vor der Buchung: bestätigter Wasserzugang für eigenes oder gemietetes Boot, dokumentierte Tiefgangsituation in der Hafenzufahrt, Fährtaktung am Anreisetag, Strom- und Landanschluss für Trailergeräte. Vorsaison (Mai, erste Junihälfte) und Nachsaison (September) bieten niedrigere Auslastung und häufig bessere Bedingungen für kapitale Zielfischarten wie Dorsch und Köhler. Juli und August bleiben nur dann erste Wahl, wenn der Anbieter Liegeplatz, Strom und Trailerabstellplatz schriftlich bestätigt. Wer nicht an die Hochsaison gebunden ist, weicht auf Mai oder September aus und entlastet damit Knotenpunkte wie Bergen, Stavanger oder den Fährhafen Kristiansand.