Norwegens Fjorde und die bayerischen Alpen zu Fuß erleben
Wie das Forbes-Magazin in einem ausführlichen Reisebericht schildert, hat eine älter werdende Autorin im Sommer zwei Hüttentouren bewältigt — zunächst in den Bayerischen Alpen, anschließend am Hardangerfjord.
Silke von der Heide·aktualisiert 01. August 2026

Wer mit reifen Knien norwegische Fjorde durchwandert, verlässt sich ungern auf Buslinien oder Hotelreservierungen von der Stange. Wie das Forbes-Magazin in einem ausführlichen Reisebericht schildert, hat eine älter werdende Autorin im Sommer zwei Hüttentouren bewältigt — zunächst in den Bayerischen Alpen, anschließend am Hardangerfjord. Beide Unternehmungen zeigen auf ihre Weise, wie sich Weitwandern in Norwegen heute organisieren lässt, wenn man den Menschenmengen aus dem Weg gehen und trotzdem nicht auf Gepäcktransport und feste Quartiere verzichten möchte.
Ein Fjord als Wanderrevier
Für die norwegische Etappe wählte die Autorin den Hardangerfjord, mit Bergen als Endpunkt der gesamten Reise. Der Ausgangsort in Bayern war Oberammergau, von dort führte der erste große Tag — der sogenannte Panorama Trail — über eine Sesselbahn hinauf zum Kolbensattel und weiter durch die Ammergauer Alpen. Das ist erwähnenswert, weil die norwegische Etappe nach demselben Prinzip funktioniert: öffentliche Verkehrsmittel bringen einen zum Ausgangspunkt, ab dort übernimmt man die Wegfindung selbst.
Die Reise war nicht als eigenständige Expedition geplant, sondern als selbstgeführte Wanderreise bei dem schottischen Veranstalter Macs Adventure. Das Unternehmen wurde laut Forbes 2003 gegründet, ist B-Corp-zertifiziert und betreut nach eigenen Angaben mehr als 400 Routen weltweit. Für die Gäste übernimmt es die Logistik: Unterkünfte, Gepäcktransfer und eine App, in der Zug-, Bus-, Fähr- und Wanderverbindungen gebündelt sind. Wer am Hardangerfjord unterwegs ist, profitiert damit von einer Infrastruktur, in der Fähren und Expressboote die Wege zwischen den Uferorten ergänzen.
Der Körper als Maßstab
Spannend wird der Bericht dort, wo er das Wandern mit dem Älterwerden verknüpft. Die Autorin schildert offen, wie eine frühere Fußverletzung, Arthrose im rechten Sprunggelenk und ein Knochensporn am großen Zeh jede Etappe zu einer Frage der Vorbereitung machen. Schuhe, Einlagen, Tagesdistanz — nichts ist mehr selbstverständlich. Das deckt sich mit einer Haltung, die man auch bei langjährigen Fjordwanderern in Norwegen findet: Wer die Natur hier ernst nimmt, plant seine Tagesetappen nach dem Wetter, nicht nach dem Ehrgeiz, und trägt Ausrüstung, die wirklich passt.
Für Gäste, die ein Ferienhaus am Fjord mieten und von dort aus Tagestouren unternehmen, bedeutet das weniger „immer weiter" als „immer angepasster". Selbstgeführte Wanderreisen mit organisiertem Gepäcktransfer sind eine Möglichkeit, diesen Rhythmus auszuprobieren. Wer sich vorab über die aktuellen Fährverbindungen und Wegmarkierungen informiert, wandert am Ende ruhiger — auch wenn die Knie nicht mehr das sind, was sie einmal waren.