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Paradis Latin Eintritt: Ticketoptionen und Buchungstipps

Wer im Quartier Latin einen Abend im Paradis Latin plant, bemerkt schnell eine Pariser Verhaltensregel, die weniger mit Förmlichkeit als mit Rücksicht auf den gemeinsamen Ablauf zu tun hat: Man erscheint nicht im letzten Moment.

Silke von der Heide·Aktualisiert: 30. Juli 2026·10 Min. Lesezeit

Paradis Latin Eintritt: Ticketoptionen und Buchungstipps

Während sich vor dem Eingang die Gäste sammeln, werden Garderobe, Platzierung, Service und der Übergang zur Show bereits ruhig organisiert. Gerade bei einem Kabarettabend, dessen Rhythmus über Stunden angelegt ist, entscheidet diese kleine Form der Pünktlichkeit darüber, ob der Beginn gehetzt oder selbstverständlich wirkt.

Tickets und Preise

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Der Paradis Latin Eintritt reicht 2026 von 90 Euro für die reine Abendshow bis zu 280 Euro für ein umfassendes Paket mit Dinner, Champagner, bevorzugtem Einlass und Golden-Circle-Plätzen. Hinter diesen Preisen stehen jedoch nicht bloß unterschiedlich bequeme Sitzgelegenheiten. Es sind verschiedene Arten, einen Abend in dem historischen Haus im 5. Arrondissement zu verbringen: konzentriert auf die Revue, als lange Mahlzeit vor der Bühne oder als Familienformat am Nachmittag.

Das Paradis Latin wurde 1889 nach einem Entwurf von Gustave Eiffel errichtet und gilt als ältestes Kabarett von Paris. Seine heutige Hauptproduktion heißt L’Oiseau Paradis, stammt in der Inszenierung von Kamel Ouali und dauert etwa eine Stunde und 45 Minuten. Die Architektur des Saals und die Nähe zwischen Publikum, Service und Bühne gehören dabei zum Erlebnis. Wer nach einem anonymen Theaterbesuch sucht, wird dieses Format vermutlich anders lesen als jene Gäste, die gerade das Zusammenspiel aus Essen, Revue und gesellschaftlichem Abend schätzen.

Die Ticketwelt im Paradis Latin: von der Show bis zum Napoleon-Paket

Bei den Paradis-Latin-Tickets ist die entscheidende Frage nicht nur der Preis, sondern der gewünschte Zeitrahmen. Die reine Show beginnt später und bündelt den Abend auf die Inszenierung. Die Dinner-Varianten dehnen ihn aus: Das Essen gehört dann nicht zur Pause vor dem Eigentlichen, sondern zum Ablauf des Hauses.

TicketoptionPreis pro erwachsener PersonInhalt und Charakter
Reine Abendshowab 90 €Eintritt zu L’Oiseau Paradis ohne Getränke
Ermäßigter Showtarif unter 26 Jahren50 €Reine Show für junge Gäste unter 26 Jahren
Dinner-Show mit Gustave-Eiffel-Menü180 €Abendessen vor der Revue, anschließend Show
Dinner-Show mit Prestige-Menü210 €Dinner-Show mit einem umfangreicheren Menü
Napoleon-Paket280 €Prestige-Menü, Bollinger-Champagner, bevorzugter Einlass und Golden Circle

Die Preisstaffelung ist klarer zu verstehen, wenn man die beiden Zeitfenster trennt. Für die reine Show ist die Ankunft um 21 Uhr vorgesehen; der Beginn liegt um 21.30 Uhr. Die Dinner-Gäste werden bereits ab 19.30 Uhr eingelassen. Zwischen beiden Varianten liegen also nicht nur Speisen und Getränke, sondern etwa zwei zusätzliche Stunden im Haus.

Das günstigste Ticket für 90 Euro ist daher keine abgespeckte Aufführung. Es bietet dieselbe Hauptshow, allerdings ohne die kulinarische Begleitung. Für viele Reisende, deren Tag bereits aus einem späten Essen im Quartier Latin bestand oder die den Abend weniger formal halten möchten, ist das eine stimmige Form des Besuchs. Die Revue bleibt der Kern.

Anders liegt der Fall bei der Dinner-Show. Hier beginnt der Besuch mit dem Ankommen am Tisch, mit Gesprächen und dem schrittweisen Verdichten des Saals, bevor die Bühne das Zentrum übernimmt. Das hat etwas von der französischen Gewohnheit, einer Mahlzeit Zeit zu geben, ohne sie künstlich zu verlängern. In einem Kabarett ist dieses Verweilen Teil der Dramaturgie.

Der Preis eines Kabaretttickets bemisst sich hier nicht allein an der Sicht zur Bühne, sondern daran, wie viel Abend man dem Ort überlassen möchte.

Die Platzierung wird vom Paradis Latin im Voraus organisiert. Eine Buchung bedeutet also nicht, einen exakt auswählbaren Einzelsitz im Saal festzulegen. Das ist für Gäste aus Häusern mit nummerierten Reihen zunächst ungewohnt, passt aber zu einem Raum, der nicht wie ein klassisches Theater funktioniert: Tische, Servicewege und Blickachsen müssen zusammengeführt werden.

Bei gefragten Daten empfiehlt sich ein früher Blick auf die Verfügbarkeit. Gerade weil die Vorstellungen oft schon Wochen vorher ausgebucht sein können, ist die Abendkasse keine belastbare Grundlage für die Reiseplanung. Dienstags findet keine Show statt; an den übrigen Tagen wird gespielt.

Kulinarik vor der Bühne: Guy Savoy und Pierre Hermé

Das Dinner im Paradis Latin versucht nicht, nebenbei Restaurant zu sein. Die Menüs für die Abendformate wurden von Guy Savoy konzipiert, einem Drei-Sterne-Koch, dessen Küche in Paris einen eigenen Bezugspunkt besitzt. Beim Prestige-Menü kommen Desserts von Pierre Hermé hinzu, der seit 2022 mit dem Haus zusammenarbeitet.

Diese Namen erklären den Preis nicht vollständig, aber sie erklären, warum das Essen im Konzept nicht als austauschbare Beigabe behandelt wird. Wer das Gustave-Eiffel-Menü für 180 Euro oder das Prestige-Menü für 210 Euro wählt, entscheidet sich für einen Abend, in dem Tisch und Bühne aufeinander bezogen bleiben sollen.

Dabei hilft eine nüchterne Erwartung. Ein Dinner in einem Revuetheater folgt einer anderen Logik als ein langer Restaurantabend in kleiner Runde. Der Saal füllt sich, der Service arbeitet in einem festen Takt, die Aufmerksamkeit wandert später geschlossen zur Bühne. Das Besondere liegt nicht in kulinarischer Abgeschiedenheit, sondern in der Verdichtung: Viele Tische, eine historische Halle, Lichtwechsel, Musik und eine Mahlzeit, die den Abend eröffnet.

Das Napoleon-Paket für 280 Euro setzt darauf noch eine deutlich repräsentativere Schicht. Es umfasst das Prestige-Menü, Bollinger-Champagner, bevorzugten Einlass sowie Plätze im Golden Circle. Wer diesen Aufpreis erwägt, sollte ihn weniger als bloßes „besseres Ticket“ begreifen denn als Entscheidung für eine umfangreichere Form des Empfangs und eine hervorgehobene Platzkategorie.

Zu Preisen einzelner Getränke, die außerhalb gebuchter Pakete vor Ort bestellt werden, liegen keine verlässlichen, allgemein ausgewiesenen Angaben vor. Für die Kalkulation eines Abends ist es deshalb sinnvoller, zunächst vom gewählten Paket auszugehen, statt mit vermeintlich festen Zusatzkosten zu rechnen.

Die Show L’Oiseau Paradis und die Frage nach dem richtigen Format

Seit Mai 2019 prägt L’Oiseau Paradis das Programm des Hauses. Kamel Ouali, vor allem als Choreograf bekannt, hat die Revue inszeniert. Mit rund 1 Stunde und 45 Minuten ist sie lang genug, um den Abend als eigenständiges Ereignis zu tragen, aber nicht so ausgedehnt, dass die Konzentration in bloßen Programmpunkten zerfällt.

Das Wort „Varieté“ führt bei der Suche nach Paradis-Latin-Show-Eintrittskarten gelegentlich in die falsche Richtung, wenn damit eine lose Folge einzelner Nummern gemeint ist. Die Produktion ist als moderne Kabarettrevue angelegt: Tanz, Kostüm, Musik und Bildfolgen sind ineinander komponiert. Der historische Rahmen von 1889 wird nicht museal ausgestellt, sondern als Kulisse für eine zeitgenössische Bühnensprache genutzt.

Für die Auswahl zwischen Show-only und Dinner-Show lassen sich drei Überlegungen ordnen:

1. Der Tagesrhythmus in Paris: Nach einem vollen Besichtigungstag kann der Einlass um 21 Uhr für die reine Show entlastender sein. Wer den Abend bewusst zum Haupttermin des Tages macht, findet im Dinner ab 19.30 Uhr einen langsameren Auftakt.

2. Die Rolle des Essens: Ein vorab geplantes Restaurantessen und ein Dinner-Paket im Kabarett sind keine doppelten Versionen derselben Erfahrung. Das eine gehört zur Stadt, das andere zur Inszenierung des Hauses.

3. Die Zusammensetzung der Gruppe: Bei verschiedenen Erwartungen innerhalb einer Reisegruppe ist die reine Show oft der einfachere gemeinsame Nenner. Bei einem Anlass, der einen zusammenhängenden Abend tragen soll, haben die Dinner-Angebote ihre eigene Plausibilität.

Diese Unterscheidung ist besonders hilfreich, weil Paris häufig in dichten Tagesetappen erlebt wird. Das 5. Arrondissement mit seinen engen Straßen, Buchhandlungen, Hochschulgebäuden und Restaurants lädt zu einem anderen Tempo ein als die großen Achsen rund um Oper oder Champs-Élysées. Ein Kabarettabend im Quartier Latin fügt sich eher in dieses kleinteilige Verweilen als in das Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten.

Einlass, Zeiten und das ruhige Organisieren des Abends

Die Organisation ist beim Paradis Latin übersichtlich, wenn die beiden Ticketarten nicht vermischt werden. Dinner-Gäste erhalten ab 19.30 Uhr Einlass, die Revue beginnt für sie später um 21.30 Uhr. Gäste mit reiner Showkarte treffen um 21 Uhr ein und kommen damit näher am Vorstellungsbeginn ins Haus.

BesuchsformVorgesehene AnkunftBeginn der Show
Dinner-ShowEinlass ab 19.30 Uhr21.30 Uhr
Reine AbendshowAnkunft um 21 Uhr21.30 Uhr

Der Unterschied von einer halben Stunde zwischen Ankunft der Showgäste und Beginn wirkt knapp, ist aber bewusst gewählt. In einem dicht bestuhlten Kabarettsaal braucht die Platzierung ihre Reihenfolge. Wer früh genug da ist, nimmt diese Abläufe nicht als Hindernis wahr, sondern als Teil der stillen Ordnung, die einen großen Abend ohne sichtbare Hektik ermöglicht.

Im Pariser Kabarett beginnt der Abend nicht mit dem ersten Scheinwerfer, sondern mit dem Eintreten in einen bereits geordneten Raum.

Der Dienstag bleibt spielfrei. Diese Ausnahme ist bei einer Wochenend- oder Kurzreise leicht zu übersehen, besonders wenn der Kabarettbesuch als festes Element eines mehrtägigen Paris-Aufenthalts gedacht ist. Auch die Nachmittagsangebote folgen einem anderen Rhythmus als die Abendrevue und sollten nicht mit deren Einlasszeiten verwechselt werden.

Für die Buchung selbst zählt vor allem Klarheit über Datum, Ticketformat und Alter der Gäste. Das klingt schlicht, verhindert aber die häufigste Verwechslung: Ein günstiger Eintrittspreis kann zur reinen Show gehören, während der gewünschte lange Abend mit Menü ein anderes Paket voraussetzt.

Angebote für junge Gäste und Familien

Das Paradis Latin ist nicht ausschließlich ein Ort für den späten Ausgehabend. Für Jugendliche unter 26 Jahren gibt es einen ermäßigten Tarif von 50 Euro für die reine Show. Gegenüber dem regulären Einstiegspreis von 90 Euro ist das ein erheblicher Unterschied und macht die Revue auch für jüngere Paris-Reisende zugänglicher.

Daneben bestehen Nachmittagsformate. Eine Lunch-Show beginnt preislich bei 150 Euro. Mit Mon Premier Cabaret gibt es außerdem eine Familienshow, deren Tickets je nach Kategorie zwischen 30 und 70 Euro kosten. Dieses Angebot sollte nicht als verkleinerte Version der Abendproduktion verstanden werden, sondern als eigener Zugang zum Haus: Tageslicht statt spätem Einlass, familiengerechter Rahmen statt der typischen Dramaturgie eines Nachtprogramms.

Für Familien ist diese zeitliche Verschiebung oft bedeutsamer als der Preis allein. Ein Kind, das um 21.30 Uhr noch aufmerksam eine aufwändige Revue verfolgen soll, erlebt einen völlig anderen Abend als bei einer frühen Vorstellung. Die sorgfältige Wahl des Formats ist hier keine organisatorische Nebensache, sondern eine Frage des angemessenen Tempos.

Dresscode: Gepflegt, nicht verkleidet

Das Paradis Latin verlangt keinen Smoking und kein Abendkleid. Es gibt also keinen Anlass, aus einem Besuch eine Kostümfrage zu machen. Zugleich setzt das Haus eine erkennbare Grenze zur Freizeitkleidung: Shorts, Bermudas, Tanktops und Flip-Flops sind nicht zugelassen.

Gepflegte Jeans und saubere Sneaker werden dagegen toleriert. Diese Regel beschreibt ziemlich genau die soziale Temperatur des Ortes. Erwartet wird nicht demonstrativer Luxus, sondern ein Erscheinungsbild, das den Anlass ernst nimmt. Im Quartier Latin, wo sich akademische Alltagswege, kleine Restaurants und historische Bauten überlagern, wirkt diese Balance plausibler als eine starre Abendgarderobe.

Für Reisende, die den Tag am Seineufer, in Museen oder auf langen Wegen durch die Stadt verbracht haben, bedeutet das vor allem: Ein Wechsel in frische, ordentliche Kleidung genügt in der Regel. Das Kabarett ist ein öffentlicher Abendraum, kein Ballsaal. Seine Etikette schützt weniger ein Bild von Exklusivität als die Atmosphäre, die entsteht, wenn alle für einige Stunden dieselbe Aufmerksamkeit teilen.

Was der Eintritt tatsächlich eröffnet

Der Paradis Latin Eintritt ist am Ende nicht nur eine Karte für eine Revue von 1 Stunde und 45 Minuten. Er öffnet einen Abend in einem Haus, das seine Geschichte seit 1889 mit einer heutigen Bühnensprache verbindet. Die Preisspanne von 90 bis 280 Euro folgt dieser Vielfalt: reine Show, Dinner mit dem Gustave-Eiffel- oder Prestige-Menü, das umfassende Napoleon-Paket, ermäßigte Karten für junge Gäste und Formate für Familien.

Die treffende Wahl hängt deshalb weniger an der Frage, welches Paket objektiv das beste sei. Sie hängt daran, ob der Abend nach einem langen Stadttag leicht bleiben oder sich bewusst ausdehnen soll; ob das Essen bereits einen anderen Ort in Paris hat oder Teil des Kabaretts werden darf; ob eine Familie am Nachmittag kommt oder Erwachsene bis in die Nacht im Saal bleiben.

Wie an einem Fjord die Gezeiten den Zeitpunkt für Steg, Boot und Rückweg bestimmen, gibt auch ein Kabarett seinen eigenen Takt vor. Wer ihn nicht bekämpft, sondern beim Planen mitdenkt, erlebt das Paradis Latin nicht als Programmpunkt zwischen vielen anderen, sondern als einen Abend, der seine Form aus dem Ort selbst gewinnt.

Häufige Fragen

Wann sollte ich für die Show im Paradis Latin eintreffen?
Gäste mit einem Ticket für die reine Abendshow sollten um 21 Uhr eintreffen, während Dinner-Gäste bereits ab 19.30 Uhr Einlass erhalten.
Gibt es eine Kleiderordnung für das Paradis Latin?
Es wird gepflegte Kleidung erwartet; Shorts, Bermudas, Tanktops und Flip-Flops sind nicht gestattet. Gepflegte Jeans und saubere Sneaker sind hingegen zulässig.
Wie lange dauert die Show L’Oiseau Paradis?
Die von Kamel Ouali inszenierte Revue dauert etwa eine Stunde und 45 Minuten.
Finden im Paradis Latin auch dienstags Vorstellungen statt?
Nein, dienstags findet keine Show statt.
Kann ich mir meinen Sitzplatz im Paradis Latin selbst aussuchen?
Nein, die Platzierung wird vom Paradis Latin im Voraus organisiert und kann nicht individuell festgelegt werden.

Foto: LPLT / CC BY-SA 3.0 — Wikimedia Commons