Norwegen plant Touristensteuer: Was Urlauber bei der Ferienhausmiete erwartet
Wie CHIP unter Berufung auf die Tagesschau berichtet, können Kommunen mit hohem Besucheraufkommen die Abgabe künftig erheben.
Jens Kröger·aktualisiert 23. August 2026

Eine norwegische Touristensteuer von bis zu drei Prozent auf Übernachtungen rückt näher. Wie CHIP unter Berufung auf die Tagesschau berichtet, können Kommunen mit hohem Besucheraufkommen die Abgabe künftig erheben. Für Mieter von Ferienhäusern an den Fjorden – insbesondere auf den Lofoten – wird daraus ein direkter Aufschlag auf den Übernachtungspreis.
Was die Regelung konkret vorsieht
Die Freigabe gilt für touristisch hoch frequentierte Gemeinden. Erhoben werden darf ein Zuschlag von bis zu drei Prozent auf Übernachtungen. Das Geld ist zweckgebunden und soll in touristische Infrastruktur fließen: Wanderwege, Toiletten, Parkplätze und Maßnahmen zum Naturschutz. Welche Kommunen die Abgabe tatsächlich einführen und ab welchem Datum sie greift, ist derzeit noch offen. Die Lofoten gelten als wahrscheinlicher Kandidat, weil die Besucherzahlen dort in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind – Schätzungen zufolge besuchen inzwischen rund eine Million Menschen pro Jahr die Inselgruppe, bei einer vergleichsweise kleinen lokalen Bevölkerung.
Was Ferienhausmieter und Angler jetzt prüfen sollten
Wer eine Hütte am Fjord oder eine Ferienwohnung auf den Lofoten bucht, sollte drei Punkte konkret klären:
1. Ob die jeweilige Gemeinde die Touristensteuer bereits eingeführt hat und ab wann sie gilt.
2. Ob der Betrag im ausgewiesenen Übernachtungspreis enthalten ist oder als separate Position auf der Rechnung erscheint.
3. Welche Infrastruktur vor Ort daraus finanziert wird – etwa neue Bootsstege, Parkplätze an Angelgewässern oder sanierte Zufahrtswege.
Bei Buchungen über große Plattformen wird die Abgabe in der Regel automatisch aufgeschlagen. Bei Direktbuchungen beim Vermieter ist eine kurze Nachfrage sinnvoll, da kleinere Anbieter die Steuer nicht immer automatisch weitergeben.
Kontext aus anderen Destinationen
Parallel erhöhen weitere europäische Ziele ihre Abgaben. Edinburgh führt eine Übernachtungssteuer von fünf Prozent ein, die Einnahmen sollen in touristische Infrastruktur und den Erhalt der Stadt fließen. Venedig hat seine Tagesgastgebühr 2026 fortgeführt und nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Euro eingenommen – finanziert werden Reinigung, Sicherheit und Infrastruktur. Der Trend ist eindeutig: Gemeinden mit hoher Besucherlast refinanzieren die Folgekosten des Tourismus zunehmend direkt bei den Reisenden.
Empfehlung
Drei Prozent auf eine Übernachtung in einer Fischerhütte summieren sich bei einem einwöchigen Aufenthalt schnell auf einen zweistelligen Eurobetrag. Das ist kein Grund, eine Reise an die norwegischen Fjorde abzusagen. Es ist aber ein Grund, Buchungsbestätigung und AGB des Vermieters jetzt gezielt auf den Posten „Touristensteuer" oder „tourist tax" zu prüfen, bevor die Reise verbindlich gebucht wird.