NABU-Kreuzfahrtranking 2026: Havila und Hurtigruten auf den vorderen Plätzen
Wer Norwegen vom Wasser aus erlebt, begegnet einer Landschaft, in der die Frage nach dem Wie ebenso wichtig ist wie die nach dem Wohin.
Silke von der Heide·aktualisiert 07. August 2026

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) führen Havila Voyages und Hurtigruten das aktuelle Kreuzfahrtranking 2026 beim Klima- und Umweltschutz an. Für Reisende entlang der norwegischen Küste ist das ein relevantes Signal – allerdings kein Ersatz für den Blick auf die konkreten Bedingungen einer Fahrt.
Ein Spitzenplatz mit begrenzter Aussagekraft
Die beiden norwegischen Reedereien belegen laut NABU erneut die vordersten Plätze des Rankings. Mehr lässt sich aus den bestätigten Angaben zunächst nicht ableiten: Die verfügbaren Informationen nennen weder eine vollständige Rangliste noch einzelne Bewertungskriterien, Punktzahlen oder einen direkten Vergleich mit anderen Unternehmen.
Gerade deshalb sollte der Spitzenplatz nicht als pauschales Nachhaltigkeitssiegel verstanden werden. Ein Ranking ordnet die Anstrengungen von Reedereien ein; es beschreibt nicht automatisch jede einzelne Reise, jedes Schiff oder jeden Hafenaufenthalt. Für die Auswahl einer Route bleibt damit entscheidend, welche konkreten Angaben das Unternehmen zur jeweiligen Verbindung macht und wie nachvollziehbar diese sind.
Warum die Nachricht für Norwegen-Reisende zählt
Havila Voyages und Hurtigruten stehen für eine Form des Reisens, bei der die Küstenlandschaft nicht bloß Kulisse ist. Wer Fjorde, Inseln und wechselnde Wetterlagen vom Schiff aus betrachtet, nimmt die Empfindlichkeit dieser Räume meist unmittelbarer wahr als bei einer Reise, die sich ausschließlich auf den Straßenverkehr konzentriert. Der NABU-Befund lenkt den Blick daher auf die ökologischen Bedingungen, unter denen solche Erlebnisse stattfinden.
Für Gäste, die ihren Norwegenaufenthalt mit einer Schiffsreise verbinden möchten, ist die Meldung vor allem ein Anlass zur genaueren Prüfung. Sinnvoll ist es, nicht nur auf die Reederei und das Reiseziel zu achten, sondern auch auf die Angaben zur konkreten Fahrt. Dabei geht es um die Frage, welche Umweltmaßnahmen tatsächlich für das gebuchte Angebot gelten – und welche Aussagen lediglich die Flotte oder das Unternehmen insgesamt betreffen.
Wer dagegen ein Ferienhaus am Fjord wählt, entscheidet sich für einen anderen Rhythmus des Reisens: weniger gebunden an einen festen Fahrplan, näher an Gezeitenwechsel, Wetter und der Topografie des jeweiligen Ortes. Auch hier verschwindet die Umweltfrage nicht, sie verlagert sich lediglich auf Anreise, Versorgung und den Umgang mit dem Naturraum vor Ort.
Was jetzt zu beobachten ist
Die Nachricht aus dem NABU-Ranking macht vor allem sichtbar, dass Umwelt- und Klimaschutz inzwischen zu den maßgeblichen Vergleichspunkten in der Kreuzfahrt gehören. Für die norwegische Küste ist das von besonderer Bedeutung, weil sich touristische Nutzung und sensible Landschaften unmittelbar begegnen.
Offen bleibt nach den vorliegenden Informationen, wie die Reedereien ihre Position weiterentwickeln und welche überprüfbaren Maßnahmen künftig hinzukommen. Reisende sollten den Spitzenplatz deshalb als Orientierung lesen, nicht als abschließende Antwort. Am Fjord ist Anpassung nie ein abstraktes Versprechen: Sie zeigt sich darin, wie genau ein Unternehmen seine Auswirkungen beschreibt – und wie aufmerksam Gäste mit dem Raum umgehen, durch den sie sich bewegen.