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Mehr Sicherheit für Mietwagen auf norwegischen Straßen

Wie der Branchenverband NHO Reiseliv mitteilt, zielt die Selbstverpflichtung darauf, Unfallzahlen zu reduzieren und die Sicherheit auf norwegischen Straßen — insbesondere im Winter — zu erhöhen.

Jens Kröger·aktualisiert 18. August 2026

Mehr Sicherheit für Mietwagen auf norwegischen Straßen

Norwegische Autovermieter haben sich auf einen neuen Branchenstandard für Verkehrssicherheit geeinigt. Wie der Branchenverband NHO Reiseliv mitteilt, zielt die Selbstverpflichtung darauf, Unfallzahlen zu reduzieren und die Sicherheit auf norwegischen Straßen — insbesondere im Winter — zu erhöhen. Für Reisende, die mit dem Mietwagen zum Ferienhaus oder zum Angelplatz anreisen, verschiebt sich damit der Maßstab bei der Fahrzeugübernahme.

Was die Selbstverpflichtung leisten soll

Der neue Standard formuliert eine gemeinsame Sicherheitslinie der Vermieter gegen die typischen Risiken auf winterlichen und kurvenreichen Strecken. Konkrete Vorgaben zu Bereifung, Assistenzsystemen oder Übergabeprotokollen nennt die vorliegende Meldung nicht. Klar ist nur: Wer in Norwegen ein Auto mietet, kann sich künftig auf eine einheitliche Sicherheitsbasis der Anbieter berufen — statt jeden Mietvertrag einzeln auf Wintertauglichkeit prüfen zu müssen.

Worauf Mieter bei der Übernahme bestehen sollten

Wenn der Vermieter den Branchenstandard anwendet, muss er die zugesagte Wintersicherheit am Fahrzeug auch nachweisen. Drei Bereiche stehen bei jeder Übergabe im Fokus: Reifen mit Profil und Winterfreigabe, Bremsen ohne Vibration beim Probebremsen, vollständige Beleuchtung inklusive Nebelscheinwerfer und Rückfahrlicht. Fehlt einer dieser Punkte, ist die Nachbesserung am Übergabetag zu verlangen — nicht erst auf der Strecke.

Für Bergpässe wie den Haukelifjell oder die Fjordzufahrten gilt zusätzlich: Bei Minusgraden verliert jedes Fahrzeug messbar Reichweite, Diesel wie Elektro. Eine volle Tankfüllung bei der Abholung und die Hälfte als Reserve bei der Abfahrt sind kein Komfort, sondern Voraussetzung, um bei einer Sperrung nicht stehenzubleiben.

Was parallel auf See passiert

Wer mit der Hurtigruten oder dem eigenen Boot anreist, bekommt zur gleichen Zeit eine zweite Logistik-Meldung mitgeliefert: Die norwegische Küstenverwaltung Kystverket und AF Gruppen haben den Vertrag für den weltweit ersten Schiffstunnel bei Stad unterzeichnet. Anfang 2027 sollen die Bauarbeiten beginnen, der Tunnel wird 1.700 Meter lang, 50 Meter hoch und 36 Meter breit. Schiffe in der Größe der Hurtigruten können dann die wetterharte Umfahrung von Stad abkürzen. Für die eigene Reise in dieser Saison hat das keine direkte Folge, aber in den nächsten fünf bis sechs Jahren wird die Küstenroute zwischen Bergen und Ålesund verlässlicher.

Bis der Tunnel steht, bleibt für die Mietwagen-Anreise nur eine Empfehlung: Standard vom Anbieter bestätigen lassen, Fahrzeug bei Übergabe gemeinsam durchgehen, bei Winterreifen und Beleuchtung nicht verhandeln. Wer diese Punkte durchsetzt, fährt mit dem Sicherheitsniveau los, das die Branche sich jetzt selbst gibt.