Großbrand in Drammen: Über 100 Ferienhäuser durch Waldfeuer zerstört
Über 100 Wohn- und Ferienhäuser hat ein Waldbrand in Drammen zerstört, wie der britische Sender BBC unter Berufung auf norwegische Rettungskräfte berichtet.
Jens Kröger·aktualisiert 18. Juli 2026

Rund 50 Kilometer westlich von Oslo liefen Hunderte Evakuierungen, Dutzende Feuerwehrleute und Löschhubschrauber sind im Einsatz, die Polizei sprach vom Stand "noch nicht unter Kontrolle". Für Eigentümer und Gäste von Ferienhäusern entlang der norwegischen Küste ist der Vorfall mehr als eine Randnotiz: Dieselbe Wetterlage, die den Brand beschleunigte, betrifft in trockenen Sommern auch die Fjordregionen zwischen Stavanger und Tromsø.
Lage in Drammen
Der BBC-Bericht fasst die Einsatzlage präzise zusammen: über 100 zerstörte Gebäude, Hunderte Evakuierte, keine bestätigten Verletzten oder Vermissten, Übergreifen auf den angrenzenden Wald. Thomas Evjen vom Roten Kreuz Drammen erklärte gegenüber Reuters, die anhaltende Trockenheit habe die Ausbreitung begünstigt. Sobald ein Funke gesetzt war, griff der Bodenbrand schnell um sich. Die Ursache selbst war zum Zeitpunkt der Meldung noch unklar, eine abschließende Einordnung zu Schaden und Verantwortung steht aus. Klar ist: Die Kombination aus Wind, Trockenheit und angrenzender Vegetation verkürzt die Zeit zwischen Brandentstehung und Unbeherrschbarkeit drastisch.
Was Eigentümer und Gäste jetzt prüfen sollten
Ferienhausregionen wie Lysefjord, Lofoten oder Sognefjord liegen mehrheitlich in derselben Klimazone wie Drammen. Norwegische Ferienhäuser sind überwiegend in Holzbauweise errichtet, oft frei stehend und von Kiefern- oder Birkenwald umgeben. Beides verkürzt die Reaktionszeit bei Bodenfeuern. Drei Punkte verdienen sofortige Aufmerksamkeit:
- Löschwasser und Zufahrt: Funktioniert der nächstgelegene Hydrant, ist die Zufahrt für ein Löschfahrzeug frei? Wenn nicht, muss der Eigentümer mit dem Kommunalbetrieb klären, ob eine mobile Wasserentnahme am Fjord oder See möglich ist. Tiefgang und Pumpenleistung privater Bootspumpen reichen für Erstmaßnahmen, nicht für einen ausgewachsenen Waldbrand.
- Rauchmelder und Alarmkette: In norwegischen Ferienhäusern sind Rauchmelder in jedem Stockwerk und in jedem Schlafraum Standard; vernetzte Modelle sind verbreitet. Prüfen, ob die Geräte älter als zehn Jahre sind, dann Austausch. Gäste müssen den Alarmton kennen, bevor der Ernstfall eintritt.
- Evakuierungsplan und Notfallweg: Bei Hanglage zum Fjord den zweiten Fluchtweg über den Bootssteg einplanen, nicht nur den Landweg. Wenn der Wald zwischen Haus und Straße brennt, bleibt der Wasserweg oft die einzige offene Linie.
Härtere Empfehlung
Wer in den nächsten Wochen Gäste empfängt, sollte die Waldbrandwarnstufen des norwegischen Wetterdienstes und die kommunalen Mitteilungen zur Trockenlage vor jeder Anreise prüfen. Liegt die Warnstufe vier oder höher, gilt: keine offenen Feuerstellen am Grundstück, Grill ausschließlich auf Steinplatte mit Wasserkanister in Reichweite. Norwegen kennt bei Trockenheit regionale und landesweite Feuerverbote, Verstöße werden typischerweise mit empfindlichen Bußgeldern geahndet. Wer als Vermieter diese Vorgaben ignoriert, riskiert im Schadensfall den vollen Regress durch die Versicherung.