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Ein Vermächtnis in der Wildnis: Wie eine norwegische Familie und die Cree Steffen Skjottelvik ehren

Wie die kanadische Nachrichtenagentur The Canadian Press berichtet, reiste Gry Skjottelvik im Juli nach Kanada, um die letzten Stationen ihres Sohnes Steffen nachzuzeichnen.

Silke von der Heide·aktualisiert 17. August 2026

Ein Vermächtnis in der Wildnis: Wie eine norwegische Familie und die Cree Steffen Skjottelvik ehren

Der norwegische Outdoor-Enthusiast war im Sommer 2025 im Alter von 29 Jahren ums Leben gekommen, als er auf einer Wanderung durch die kanadische Wildnis die reißende Strömung des Hayes River im nördlichen Manitoba zu durchqueren versuchte. Was als persönliche Trauerreise begann, wurde zu einer Begegnung zwischen zwei Kulturen, die das Andenken des jungen Mannes auf eigene Weise bewahren.

Ein Wanderer zwischen den Welten

Steffen Skjottelvik hatte sich auf den Weg gemacht, um den Spuren des norwegischen Abenteurers Lars Monsen zu folgen, der in den frühen 2000er-Jahren eine mehrjährige Wanderung durch den Norden Kanadas unternommen hatte. Sein Ziel: von der James Bay aus schließlich bis nach Alaska zu gelangen. Statt als Durchreisender kam er an.

In Peawanuck, einer abgelegenen Cree-Gemeinschaft etwa 200 Kilometer südöstlich von Fort Severn, fand er über Monate einen Ort zum Verweilen. Er lernte von den Ältesten die Geschichte des Landes, verbrachte Zeit allein in seinem Camp, mit seinen beiden Hunden Togo und Bay. Er verliebte sich in eine Frau aus der Gemeinde. Es war jenes Ankommen, das norwegisches „friluftsliv" — das Leben in der freien Natur — mit der Lebensweise der Cree verband.

Die Suche und das Gedenken

Als Steffen im Sommer 2025 nicht in York Factory ankam, leiteten Mitglieder mehrerer First-Nations-Gemeinschaften die Suchaktion ein. Die Obduktion ergab später, dass er ertrunken war. Seine Familie reiste zunächst zur Gedenkfeier nach Winnipeg, um den Leichnam nach Norwegen zu überführen.

Rund ein Jahr nach seinem Tod kehrte die Familie für zehn Tage nach Kanada zurück. Begleitet wurde die Gruppe von einem Team des norwegischen öffentlich-rechtlichen Senders NRK, der eine Dokumentation über Steffen vorbereitet, sowie von Vertretern der Steffen of Norway Foundation. Vier Tage verbrachten sie in Peawanuck, kochten und fischten mit den Bewohnern, trafen einen seiner Hunde wieder und besuchten eine nahegelegene Insel, die nach Steffen benannt wurde.

Was zwischen Fjord und Fluss bleibt

Die Mutter beschrieb die Begegnung als überwältigend. Die Offenheit, mit der die Menschen ihr begegnet seien, habe sie tief berührt. Was zwischen einem jungen Norweger und den Cree-Gemeinschaften am Hayes River entstand, lässt sich kaum in Worte fassen — ein stilles Einverständnis über Land, Wasser und die Verletzlichkeit des Alleinseins in der Wildnis.

Für Leser, die selbst die Gezeitenwechsel an den Fjorden kennen, mag diese Geschichte mehr als eine ferne Nachricht sein. Sie erinnert daran, dass respektvolles Unterwegssein in der Natur immer auch Begegnung bedeutet — mit dem Land, mit den Menschen, die dort leben, und mit den eigenen Grenzen.